Ratgeber

Volkskrankheit Osteoporose

Es kann jeden treffen.

Noch immer glauben viele, Knochenschwund sei eine seltene Krankheit. Leider falsch. Zahlreiche Menschen sind allein in Deutschland daran erkrankt. Tendenz steigend.

 

Osteoporose wird zum Problem für die ganze Gesellschaft. Schätzungsweise 30% aller Frauen nach der Menopause erkranken an Knochenschwund und haben somit das Risiko, in ihrem Leben eine osteoporosebedingte Fraktur zu erleiden.

Knochengewebe unterliegt einem lebenslangen Auf- und Abbau der Knochensubstanz. Die maximale Knochenmasse einer Frau wird zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erreicht. Bei regelmäßigem Menstruationszyklus und ausreichender Zufuhr von Kalzium und Vitamin D kommt es bis zur Menopause zu einer geringen Verminderung der Knochenmasse. Mit Eintritt in das Klimakterium wird durch den Rückgang der ovariellen Oestrogen- Hormonsynthese eine größere Geschwindigkeit des Knochenauf- und abbaus registriert. Durch verstärkte Osteoklastenaktivität werden die Knochenbälkchen verdünnt und bei weiterem Fortschreiten des Knochenabbaus verschwinden die Querverbindungen der Knochenbälkchen. Hormonmangel bewirkt außerdem einen Einfluss auf die Muskelmasse mit sekundärer Wirkung auf die Knochen und ein verstärkter Kalziumstrom aus den Knochen heraus und eine veränderte Parathormonkonzentration. Zusätzlich bewirken Veränderungen im Nierenstoffwechsel eine Veränderung der Vitamin D3 Bildung, eine veränderte Kalziumresorption im Dünndarm und letztendlich eine Erhöhung des Frakturrisikos in der Menopause.

Allerdings vertritt die gesundheitspolitische Orientierung unserer Gesellschaft die Auffassung ,dass das mit Osteoporose verbundene Leiden einer Patientin mit Blick auf den Lebensalterzusammenhang als Schicksal hinzunehmen ist. In dieses Denken fügt sich die Herausnahme der vertragsärztlichen Leistungspflicht für die Knochendichtemessung ein, welche  bei schon bestehender Erkrankung noch keine Fraktur erlitten haben.

Was mögen betroffene Patientinnen empfinden, erst als krank zu gelten, wenn ein Knochen gebrochen ist, wohl wissend, dass in vielen Fällen ein Knochenbruch durch frühzeitige Diagnostik und rechtzeitige Therapie hätten vermieden werden können.  Frühzeitige Diagnostik  zur Vermeidung von Folgeschäden ist bei anderen Krankheitsbildern durchaus gang und gäbe: eine koronare Herzkrankheit „ Angina pectoris“ beispielsweise gilt nicht erst nach einem Herzinfarkt als behandlungsbedürftig, Rheuma wird bereits in einem möglichst frühen Stadium therapiert und nicht erst zu einem Zeitpunkt in dem bleibende Deformitäten zu beklagen sind.

Entschließen Sie sich deshalb etwas für Ihre Gesundheit zu tun und lassen sie durch eine Ultraschalluntersuchung die Knochendichte an Ihrem Handgelenk zu ermitteln und daraus ein mögliches Frakturrisiko abzuwenden.

Meßmethode Quantitative Ultraschallmessung der Knochendichte QUS

Diese Meßmethode wird bereits mit Erfolg bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Im Vergleich zu Röntgenstrahlen verhalten sich die Ultraschallwellen völlig anders und komplexer im Knochengewebe. Es werden nicht nur die Resorption, sondern auch die Geschwindigkeit und die Reflexion der Schallwellen im Knochen und auf der Knochenoberfläche gemessen. Bei der QUS werden also prinzipiell 2 Meßdaten zur Beurteilung des Knochens herangezogen - Schallgeschwindigkeit „Speed of sound“ in m/sec und - Schallschwächung „broadband ultrasound and attenuation“ in dB/ Mhz.

Die Ergebnisse der Ultraschallmessung werden vorwiegend durch 3 Parameter beeinflußt, Microarchitektur des Knochens, Mineralgehalt der Knochenmatrix und Elastizitätsfaktor. Vorteil dieser Meßmethode ist zusätzliche Information über Kompaktastärke der Knochenhülse und Bälkchenarchitektur. Die Ultraschallmessung der Knochendichte und Ermittlung eines möglichen Frakturrisikos hat sich wegen der einfachen Anwendung und der fehlenden Strahlenbelastung als Screeningmethode durchgesetzt und kann als Verlaufskontrolle unter Therapie eingesetzt werden.

KOSTENBERECHNUNG

Da die Kosten für die Osteo- Sonometrie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird, erfolgt diese Ultraschalluntersuchung als private Leistungserbringung auf Wunsch von Kassenpatientinnen.

Die Berechnungsgrundlage ist die GOÄ.

Wechseljahre der Frau

Wechseljahresbeschwerden betreffen viele Frauen. Das Klimakterium macht heute einen Lebensabschnitt der Frau aus, der mit Zyklusunregelmäßigkeiten beginnt und meist über die Menopause (Zeitpunkt des Ausbleibens der letzten Menstruationsblutung) hinaus geht. Anschließend folgen die Jahre der Postmenopause, die in unserer heutigen Zeit  bei hoher Lebenserwartung einer Frau fast ein Drittel des gesamten Lebens ausmacht.

Durch fehlende Hormonproduktion in den Eierstöcken treten während der Wechseljahre störende Beschwerden, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzklopfen, Nervosistät, Unruhe, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Angst, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen u.v.a. mehr auf. Bei jeder Frau treten diese Beschwerden in unterschiedlicher Ausprägung auf. Die verminderte Hormonproduktion bringt das Risiko der Entstehung der Osteoporose mit sich. Die Beschwerden können weiterhin als vaginale Trockenheit, Blasen-und Harnwegsbeschwerden, Haut-+Haarveränderungen, Verminderung des sexuellen Verlangens, Gelenk-und Muskelschmerzen auftreten. Zur Verminderung der Beschwerden können auch Sie selbst beitragen und sich vor späteren gesundheitlichen Schäden schützen: Körperliche Bewegung und richtige Ernährung können die ersten Schritte dazu sein. Alternativ gibt es auch pflanzliche Arzneimittel, die sich hervorragend für eine mögliche Therapievariante eignen. z.B. ist Cimicifuga racemosa = Traubensilberkerze eine bereits aus dem Mittelalter bekanntes Mittel; auch im Volksmund” Frauenwurzel” genannt. Diese Substanz ist hormonfrei wirksam gut verträglich und hilft die Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Phytoöstrogene sind Pflanzenextrakte,die geringe Mengen oestrogenwirksamer Substanzen enthalten, denen eine Besserung der Wechseljahresbeschwerden zugeschrieben werden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Gabe von Hormonersatzpräparaten. Diese Arzneimittel enthalten meist ein Östrogen und einGestagen. Die Hormonersatztherapie gleicht die störungen im Hormanhaushalt aus und lindert so die aufgetretenen Beschwerden. Die Auswahl eines geeigneten Hormonpräparates wird in einem persönlichen ärztlichen Gespräch vom Gynäkologen getroffen und individuell angepasst.

Achten sie auf körperliche Veränderungen und sprechen Sie bemerkte Veränderungen Ihres Zustandes bei Ihrem Frauenarzt an. Notieren Sie unregelmäßige Menstruationsblutungen in einem Regelkalender. Tasten Sie reglmäßig Ihre Brust auf mögliche knötchenartige Verhärtungen ab.

Gehen Sie regelmäßig zu der Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt, auch nach Ausbleiben der Reglblutung bis ins höhere Alter!     Veränderungen im Intimbereich und am inneren Genitale kann der Gynäkologe bei regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig erkennen.